Stirb an einem anderen Tag

Nach der Nacht auf dem Campingplatz Þjónustumiðstöð SKG in Höfn war es mal wieder Zeit für ein ordentliches Frühstück am Meer. Zuvor musste ich jedoch noch unsere Nacht bezahlen, denn ein „Strafzettel“ klebte morgens an der Windschutzscheibe, der auf unser Missgeschick hinwies… In Höfn ist jedenfalls das Brot vom örtlichen Netto zu empfehlen.

DSC_0665 DSC_0666

Kurz vor der Abfahrt entdeckte Jorina die moooonstergroße (für eine Kreuzspinne war sie wirklich riesig) Spinne vorm Vortag. Im Auto! Tierlieb wie ich bin, setzte ich sie behutsam vor die Tür. Leider wurde sie beim Ausparken wohl platt gefahren, sodass der Schrecken nun wirklich ein Ende nahm. Man lebt bekanntlich ja nur zweimal.

Nach einer kurzen Pippipause in Djúpivogur ging es zu einem Wasserfall in der Nähe des Campingplatzes Eyjólfsstaðir auf der 9669, wo wir zudem ein kurzes Bad im Fluss nahmen: Waschbärenaction. Danach ist man jedenfalls wach! 😀

DSC_0671 DSC_0673 DSC_0675 DSC_0678

Kurz danach hatten wir die Wahl über den Berg oder außen auf der 1 an der Küste entlang zu fahren. Wir nahmen die sehenswerte Bergpiste 939.

DSC_0682

Als ich uns beim Parken an einem steileren Abhang etwas in den Kies gefahren hatte und wir zunächst Schwierigkeiten hatten, wieder heraus zu kommen, ließ Jorina leicht panisch verlauten: „Ja… jetzt stürzen wir ab“. Köstlich! 😉

DSC_0684

Nachdem wir den Berg passierten und wieder auf der 1 angekommen waren, bogen wir links in Richtung des Sees Lagarfljót ab. Wenn es zeitlich passt, empfiehlt sich der Campingplatz Höfðavík. Wir machten hier nur kurz Rast bis es weiter zum Hengifoss Wasserfall ging.

DSC_0687

Die rund 2,5 km bergauf führten uns zunächst zum Litlanesfoss, der vor allem durch die Basaltsäulen an den Seiten auffällt. Der Erklärbär informiert: Nach dem Erstarren der Lava kühlt das Gestein weiterhin ab und formiert sich allmählich zu Säulen, die in der Regel senkrecht sind (im rechten Winkel zur Abkühlungsfläche).

DSC_0690 DSC_0692

Ein wenig weiter und der 118 m fallende Hengifoss zeigte sich in seiner vollen Größe. Der Erklärbär informiert gern wieder: Wie man sieht, liegen zwischen den Basaltschichten an vielen Stellen rötliche, körnige Lehmschichten, die aus Vulkanasche und Oberflächentephra auf die Lavaschichten fielen und sich mit der Zeit zu Schichten im Erdboden wandelten. Nun kannst du nachzählen wie oft es hier einen Ausbruch gab.

DSC_0698 DSC_0703 DSC_0708

Wenn man mal die Felswände vergleicht, muss hier mal ein ordentliches Beben gewütet haben… Oder jemand hat zu heftig gepupst o.O.

DSC_0704

DSC_0705

DSC_0710

image

Als nächstes suchten wir um Egilsstaðir (einer der größten Orte der Region) einen schönen Ort zum Futtern. Am schon bekannten See in Richtung Bakkagerði wurden wir schließlich fündig und aßen u.a. einen super leckeren Lachs. Yammi! 🙂

DSC_0717

In Bakkagerði schlugen wir dann unser Nachlager auf. Vor dem Schlafengehen konnten wir noch die Nordlichter beim Tanzen beobachten. Leider zogen relativ schnell Wolken auf, sodass wir dieses Schauspiel leider nicht festhalten konnten.

Lichter Moment:
Schafe sind meistens in 3er-Grüppchen unterwegs. Hat jemand hierzu eine Erklärung?

Am nächsten Morgen frühstückten wir in gewohnter Manier am Meer und schlenderten anschließend ein wenig durch das Örtchen.

DSC_0718 DSC_0721 DSC_0723

Hierbei entdecken wir ein Schild, welches auf einen nahegelegenen Vogelhotspot hinwies. Am Hafen Hafnarhólmi war in der Tat ein reges Treiben umherfliegender Vögel zu beobachten. Allerdings beschränkte sich dies auf Albatrosse und Enten. Puffins (oder auf deutsch: Papageientaucher) suchten wir allerdings vergeblich. Diese nisten wohl nur bis Ende August hier. Wer nicht innerhalb der Saison in der Nähe ist, kann diesen Teil von Island guten Gewissens überspringen.

Nächstes Ziel sollte der bekannte Dettifoss werden. Auf dem Weg dorthin entdeckten wir eine Herde Rentiere, die durch die lauten Fahrgeräusche leider schnell reiß aus nahmen. Danach folgten noch ein paar schöne Wasserfälle, und unsere Lieblingstierchen: Die Schäfchen!

DSC_0728 - Kopie

DSC_0747 DSC_0743 DSC_0738 DSC_0740

Später nahmen wir irgendwo im nirgendwo die Abfahrt nach Möðrudalur. Dieses kleine Dörfchen bietet neben seinen niedlichen Häusern noch Helikopterflüge an. Die Preise haben es allerdings in sich (53000 Kronen aufwärts). Außerdem durften wir zwei domestizierte Mini-Polarfüchse beim Spielen beobachten. Tanken geht wahrscheinlich auch, allerdings haben wir nicht verstanden wie! 😀 Generell empiehlt sich vor der Fahrt zum Dettifoss oder nach Myvatn voll zu tanken und die Vorräte in Egilsstaðir (hier gibt es auch den günstigen Laden Bónus) aufzufüllen.

DSC_0748

DSC_0749

image

DSC_0750 DSC_0751 DSC_0753 DSC_0762 DSC_0764 DSC_0770 DSC_0784

Wir entschlossen uns die 862 (Dettifossvegur) zu nehmen, da diese wohl besser zu befahren ist. Außerdem ist die Perspektive auf die Wasserfälle schöner als von der anderen Seite, die auch Aussichtspunkte bietet. Zunächst wollten wir dem vorgelagerten Selfoss erkunden. Dies war auch ziemlich erfolgreich:

DSC_0789

Auf dem Weg zum Dettifoss machte uns allerdings das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Die Nebelschwaden und der Regen waren so dicht, dass wir den Wasserfall gerade mal so mit dem bloßen Auge erkennen konnte. An Fotos schießen war nicht zu denken. Den etwas entfernteren Hafragilsfoss sparten wir uns dementsprechend auch. Wir zogen uns schließlich in unseren Camper zurück und hofften auf Besserung des Wetters. Leider blieb es beim dichten Nebel, sodass wir uns entschlossen nach Àsbyrgi zu fahren, um dort zu campen. Als wir an die Abzweigung Richtig Àsbyrgi kamen, mussten wir leider feststellen, dass die Straße in den Norden nur für Allrad (4×4) geeignet ist. Unserem Kartenmaterial zu Folge war damit nicht zu rechnen, da diese Straße nicht als F-Straße ausgewiesen wird. Wie es bei der Parallelstraße aussieht, wussten wir leider auch nicht, sodass wir unsere Pläne änderten und Richtung Myvatn fuhren. Das Risiko den Tank leer zu fahren, war in diesem Moment zu hoch.

[Am nächsten Tag hatten wir jedoch hervorragendes Wetter, sodass wir uns noch einmal in die Schlucht wagten: To be continued…]

Auf dem Weg zum anvisierten Campingplatz Bjarg hielten wir noch kurz bei den Schwefelquellen Hverir.

DSC_0791 DSC_0794 DSC_0798

DSC_0803

Lichter Moment:
Radiosender haben eigentlich nur in Siedlungen ordentlichen Empfang. Daher: Viel Musik mitnehmen!

Cheers & Cheese ✌
Jorina & Timo

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s