Roadtrip zu den Westfjorden und Snæfellsnes

Nachdem wir gut gefrühstückt und unsere Akkus aufgeladen hatten, ging es noch für einen kurzen Abstecher in den botanischen Garten Lystigarðurinn á Akureyri.

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Danach schlenderten wir noch kurz über die sehenswerte Einkaufsstraße von Akureyri.

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Insgesamt kann man wirklich sagen, dass sich ein kurzer Halt in der zweitgrößten Stadt Islands lohnt. Direkt am Meer und zwischen den Bergen liegend, macht das Städtchen mit seinem Mix aus modernen und traditionellen Bauten eine gute Figur. Außerdem lassen sich hier gut die Vorräte auffüllen. Beispielsweise im Bonus, der teilweise deutlich günstiger ist als andere Läden und Supermärkte.

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Nach dem Einkaufen ging es noch einmal in den Norden auf die Landzunge Vatsnes, die ein guter Hotspot für Seehunde (Seals) sein sollte. Als erstes hielten wir an der nicht allzu spektakulären Felsformation Hvítserkur.

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Auf dem weiteren Weg waren es diesmal keine Schafe, die auf der Straße liefen, sondern eine wilde Herde Pferde. Verrückt dieses Island…

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Nach einem kleinen Fußmarsch, der am Campingplatz in Illugastaðir anfing, erreichten wir eine kleine Hütte. Diese diente als Aussichtspunkt für das Sealwatching. In der Tat konnte man einige Seehunde beim faul Herumliegen beobachten. Ein schöner Service sind die bereitgestellten Ferngläser.

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50 m weiter links schwommen einige Seehunde in der Bucht und kamen gerne auch mal richtig nah heran, um uns neugierig anzustarren. Die denken sich auch: „Hey kommt mal her, diese lustigen Menschen schon wieder… Lasst sie uns beobachten!“.

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So hatten wir also neben Albatrossen, Rentieren, Papageientauchern und Walen nun zum zweiten Mal Seehunde gesehen.

Die nachfolgenden Aussichtpunkte waren leider nicht mehr so erfolgreich, obwohl sich Kirkjuhvammur selbst als die Hauptstadt der Seehunde sieht. Hier kann man wohl auch ein Museum besuchen und Touren buchen.

Der letzte Abschnitt führte zum Beginn der Westfjorde, wo wir an dem Campingplatz Bjarkarlundur übernachteten. Genug Kilometer gefahren für einen Tag.

Der nächste sollte allerdings nicht weniger Fahrtrstrecke versprechen. Da die Isländer wohl nicht so sehr auf Brücken stehen, fährt man jede einzelne Landzunge ab und macht so aus 50 km Luftlinie locker flockige 250 km Fahrtstrecke. Unser erstes Ziel war der Wasserfall Dynjandi. Angeblich der schönste Islands. Leider war es so verregnet und nebelig, dass wir dieses Naturschauspiel nicht in seiner reinsten Form genießen konnten. Dennoch war der Anblick selbst für Island mit seinen tausend Wasserfällen etwas Besonderes.

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Jorina war auch sehr begeistert… und wahrscheinlich froh, dass wir endlich aus dem Regen heraus kamen! 😀

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Trotz des schlechten Wetters entschlossen wir uns, zum westlichsten Punkt Europas zu fahren… Bei schönerem Wetter wäre der Weg bestimmt eine Augenweide gewesen, da die beeindruckende Küste und die vielen Wasserfälle eine tolle Kulisse abgaben; durch den dichten Nebel konnte man jedoch nur die Hälfte erkennen. Außerdem musste ich meine Augen stets auf die „Straße“ richten. Neben kolossalen Schlaglöchern, auf die Piste verwehten Felsbrocken und kleinen Seen kam (auf der nur auf ein Fahrzeug ausgelegten Strecke) auch gerne mal der Gegenverkehr ins Spiel.

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Trotzdem entdeckten wir auf dem Weg hier und da mal etwas Interessantes. Beispielsweise das 1981 gestrandete Schiff Garðar. Dieses 1912 erbaute Stahlschiff ist das älteste isländische seiner Zunft.

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Am westlichsten Gebäude angekommen verhinderte der konstante Wind und Regen einen längeren Aufenthalt. Auch ans Ende der Klippen wagten wir uns nicht so recht, da eine stärkere Böe schnell die unfreiwillige Abkürzung nach unten hätte bedeuten können. Bei besseren Wetterverhältnissen bietet dieser Ort bestimmt einen tollen Ausblick. Nicht umsonst listet National Geographics diesen Aussichtspunkt als einen der Top 10 Oceanviews der Welt.

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Seltsamerweise war sogar das Meer Karibik-Türkis gefärbt. Leider sieht man es hier nicht wirklich! 😦

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Auf dem Rückweg hielten wir noch bei zwei heißen Quellen, die auch bei schlechtem Wetter viel Spaß bereiten… Der erste Natural Pool Krosslaug (an der Südseite der Nordwestfjorde (62) auf Höhe des Weilers Birkimelur):
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Der zweite Natural Pool (ca. 400-500 m östlich vom Hotel Flókalundur unterhalb von Vatnsdalsvatn, wo die 60 zur 62 wird – ist vom Straßenrand nicht ersichtlich; einfach auf den Parkplatz fahren und den Weg zum Meer herunter gehen):
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Auf dem Weg nach Snæfellsnes schlugen wir unser Nachtlager in Búðardalur auf. Im Gegensatz zu vielen anderen „Orten“ bietet Búðardalur alles, was man für den täglichen Gebrauch benötigt und nicht nur eine Tankstelle. Am nächsten Morgen gab es erstmal ein ‚vernünftiges‘ Frühstück: „Give me all the bacon you have!“ 😀

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Als estes passierten wir das Dorf Stykkishólmur. Theoretisch hätten wir auch gestern die Fähre von den Westfjorden (Brjánslækur) hier her nehmen können, allerdings kostet diese rund 80 € bei einem PKW und zwei Personen. Außerdem bildete sich schon 1,5 h vorher eine ordentliche Schlange am Pier; bei einer Fahrtzeit von 2,5 h keine wirkliche Zeitersparnis.

Die ersten ausgewiesenen Aussichtspunkte kurz nach Gufuskálar und Fálki im Nordwesten der Landzunge (Abfahrt auf die 579) boten teilweise schöne Ausblicke auf die Küste. Wer es eilig hat, kann diese Punkte aber auch überspringen. Witzigerweise vermischt sich hier der für Island typisch schwarze Sand mit dem allgemein bekannten gelben.

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„Entschuldigung, wo ist denn hier der Eingang zur Metro?“

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Nächster Stop waren die Buchten von Dritvík. Ab der Mitte des 16. Jh’s. bis ins 19. Jh. befand sich in Dritvík die größte und ergiebigste Frühjahrs-Fischereiniederlassung Islands. Häufig hielten sich dort 200 – 600 Männer auf und ruderten mit 40 – 60 Booten aufs Meer. Auf dem Weg zur ersten Bucht lagen riesengroße Kieselsteine, die wohl vom Meer glatt geschliffen wurden. Fischer, die sich früher um einen Platz auf einem Dritvik Boot bewarben, erprobten ihre Kräfte an diesen sogenannten „Kraftprobesteinen“. Die Steine tragen bezeichnende Namen:

  • Ganzstarker = 154 Kilo
  • Halbstarker = 100 Kilo
  • Brauchbarer = 54 Kilo
  • Schwächling = 23 Kilo

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Um einen Bootsplatz zu ergattern, musste mindestens Brauchbarer auf Hüfthöhe gehoben werden. Für mich natürlich gar kein Problem:

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Auch Jorina erprobte ihre Kräfte… Welche Kategorie sie da anhob, lassen wir mal dahin gestellt! 😉

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Ein paar Meter später entdeckten wir unzählige rostige Metalltrümmer. Diese stammen vom englischen Trawler Epine GY 7, der 1948 an dieser Stelle strandete. Es gelang damals nur 5 der 19 Besatzungsmitglieder zu retten.

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Nach dem ersten Strandspaziergang ging es noch ein wenig über Stock und Stein zur nächsten Bucht. Das ausgewiesene Steinlabyrinth haben wir leider nicht gefunden.

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Im Schutz von Vikurklettur liegt Dritvikurpollur. Hier befand sich früher die Hauptanlagestelle der Frühjahrsfischerei. Einige Ruinen von Fischerhütten und Mauern von Fischtrockenplätzen sind sogar noch zu sehen (neben den Strandschafen :D).

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Auf dem Weg zum nächsten Halt lag direkt auf der Hauptstraße Vatnshellir. Dies ist eine Lava Höhle, die jedoch 2500 Kronen (über 17 Euro) Eintritt kostet, sodass wir uns diesen Spaß sparten.

Danach folgten die Felstürme Lóndrangar. Diese sind vermutlich alte Vulkankrater. Da jedoch binnen Sekunden wieder einmal dichter Nebel aufzog, sparten wir uns den Fußweg, um näher heran zu kommen.

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Der letzte Halt war der Sealwatchpoint Ytri-Tunga, wo wir neben ein paar weiteren Strand-Schafen auch einen Seehund fanden. Leider war dieser nicht gerade gut erzogen… Auf meine nette Begrüßung „Hallo Seehund!“ verschwand dieser im Meer. Jorina behauptete, dass auf dem Hinweisschild am Parkplatz stünde, man solle sich leise unterhalten, um die Seehunde nicht zu stören. Achjaaaaaaa??? Bei so einem Prinzessinengehabe könnten die Viecher auch gleich nach Düsseldorf auswandern. Auf der Kö könnte man sich bestimmt gut auf die faule Haut legen.

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Danach ging es nur noch in Richtung Flughafen. Kurz vor Reykjavík mussten wir noch das Meer überbrücken. Hier befindet sich daher ein Tunnel, der einen unter das Meer führt. Ein wenig gruselig war es schon, aber auch deutlich kürzer als Alternativrouten. Die Maut von 1.000 Kronen (keine 7 Euro) pro PKW hält sich ebenfalls im Rahmen. Kurz vor Abflug gab es noch einen Schlummertrunk am Flughafen! 😉 Goodbye Island: Es war schön bei dir!

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Cheers & Cheese ✌
Timo

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