Bella Berati oder auch: Wine is fine

Nach der angenehmen Busfahrt (ich kann wirklich nicht nachvollziehen, warum die Busfahrten hier so ätzend sein sollen) kamen wir um halb 2 vor den Toren Beratis (Höhe Grand White City Hotel) an. Etwas desorientiert stellten wir mit MAPS.ME fest, dass unsere Unterkunft noch 3 km entfernt lag. Doch bereits nach wenigen Minuten sammelte uns ein local bus ein und fuhr uns ins city center. Von dort aus waren es über eine kleine Brücke (Ura e Goricës – Brücke von Gorica) keine 5 Minuten Fußweg zu Lorenc Guesthouse.

Eingang zum Guesthouse

Ausblick auf die Gorica Brücke

In einem wunderschönen Garten, im Schatten grüner Weinreben, empfing uns unser Gastgeber herzlich.

Finde Timo!

Neben uns gab es noch ein paar Dauerbewohner:

Lorenc, ein waschechter, in Albanien geborener Italiener, servierte uns zur Begrüßung Espresso, Tee und Wasser. Ungeahnte Talente ließen Timo letzteres deutlich aufwerten.

Und aus Wasser…

…machte er Wein!

..machte er WEIN!!!!

Als wir später zum Essen dann gefragt wurden, ob wir noch Wasser oder Wein möchten, antworteten wir knapp „Wine is fine“ (vorausgesetzt er schmeckt genauso gut wie Timos Variante ;-)).

Obwohl Krujë atmosphärisch stark vorlegt hatte, stand Berati dem Ganzen in Nichts nach. Die klassischen Opernklänge (eine stimmungsvolle Mischung aus Lorenc und CD) in der Gartenanlage des 1600 (!) Jahre alten Hauses  rundeten das Ambiente ab. So setzte sich in unseren Köpfen schnell der Gedanke fest, das Sightseeing zu überspringen sowie Berati Berati sein zu lassen und unsere Tage in diesem Garten zu verbringen, ganz im albanischen dolce vita Stil.

Na gut, irgendwann machten wir uns dann doch auf den Weg die Stadt zu erkunden. Nachdem wir die aus dem 17. Jahrhundert stammende Gorica Brücke für einen Fotostop überquert hatten, ging es zurück in unser Veedel Gorica, welches wir Richtung Hängebrücke durchquerten.

Brücke von Gorica

Die alten Gassen versetzen einen gefühlt hunderte Jahre in die Vergangenheit zurück

Hier besuchten wir noch kurz die kleine St. Thomas Kirche. Ungefragt wurden uns von einem dort gärtnernden Mann in gebrochenem Englisch die wesentlichen Facts und Highlights der Kirche erklärt und Fotomotive gezeigt (wehe Timo machte auch nicht mindestens 5 Fotos pro Spot…).

Hier stehe ich auf dem angeblichen Fußabdruck von dem heiligen Thomas persönlich 😀

Blick auf die Universität

Auch schön von Nahem 😉

St. Thomas Kirche

Natürlich hielt er auch brav die Hand für seine „nützlichen“ Infos auf.  Da wir schon vorgewarnt waren, ließen wir uns nicht all zu viele Lek aus den Taschen ziehen und setzten unseren Weg über die „Brooklyn Bridge“ fort.

Über die offenbar recht neu gestaltete Promenade schlenderten wir sodann Richtung Universität und schauten uns den Stadtteil Mangalemi an, der ebenso alt ist wie unser Gorica ist.

Universität von Berat

Dort landeten wir zufällig im „Homemade food Lilly“ Restaurant, welches sowohl von TripAdvisor als auch von unserer Citymap wärmstens empfohlen wurde. Das Essen war tatsächlich recht lecker, für albanische Verhältnisse allerdings total überteuert (zum Vergleich: normalerweise kosten Köfte max. 60 Lek pro Stück, hier 300 Lek). Dafür gab es nachher einen selbstgemachten Raki aufs Haus, dann mal Gëzuar!

Promenade von Berat mit Blick auf Mangalemi

Hier wurden die Häuser noch nicht modernisiert, allerdings ist der Blick auf den Mount Tomorr nett 😉

St. Demetrius Kirche

Anschließend trieb es uns wieder in Richtung Promenade, wo wir uns in einen der zahlreichen Restaurants (Bar Café Piazza oder so) niederließen. Bei 300 Lek (ca. 2.30 €) fiel die Wahl schnell auf den halben Liter Weißwein. Wie in Albanien üblich, wurden uns eisgekühlte Gläser serviert. Dazu gab es leckere Crêpes für 150 Lek.

0,5l für 2,30 €?! Wine is fine!

Der Malibu Crêpe war mit Likor, Kokosraspeln und einer weißen Creme garniert

Am nächsten Morgen machten wir uns nach einem kleinen Frühstück bei Lorenc Richtung Burg auf. Unterwegs füllten wir unserer Proviant mit Börek und Obst auf und wurden dabei tatsächlich innerhalb von 5 Minuten gleich zwei Mal übers Ohr gehauen. Machste nichts.

Der Anstieg zur über 700 Jahre alten Burganlage war in der prallen Mittagshitze recht anstregend, aber durchaus lohnenswert. Für 100 Lek durften wir das Areal betreten und hatten das Gefühl, mit Durchschreiten des Eingangstors in die Vergangenheit zu reisen.

Hier stand mal die weiße Moschee

Schießscharten in der gut erhaltenen Außenmauer

War gar nicht tief…

Feuer frei!

Timo auf dem Weg zur Wasserzisterne

Graffitiversion von Berat

Denn während man solch gut erhaltenen Burgen lediglich aus Märchen kennt, konnten wir überraschend feststellen: Sie gibt es wirklich noch. Und tatsächlich wohnen hier oben noch viele Menschen. Die nächsten zwei Stunden entdeckten wir alte Kirchen und ihre Ruinen, Schießscharten in der Außenmauer und ehemalige Wachtürme, bevor es wieder bergab ging.

Überreste der roten Moschee

So wird hier übrigens Müll entsorgt!

     

Nach dem anstregenden Ausflug folgte eine kleine Stärkung bei atemberaubender Aussicht.

Nur ein paar Ziegen, die im Fluss baden

Danach wollten wir noch zu der St. Michael Kirche. Oben angekommen stellten wir allerdings fest, dass die Tore schon geschlossen waren und uns der Zutritt somit verwehrt blieb. Musste also das große Objektiv herhalten:

Bei den ganzen italienischen Einflüssen sollte bei uns heute Pizza auf dem Speiseplan stehen. Unser erster Anlauf in einem als Pizzeria ausgewiesenen Restaurant (Antigoni) scheitere „Sorry, we don’t make pizza in the summertime“, sodass wir zu unserem altbewährten Restaurant von gestern gingen, wo der Keller augenzwinkernd nach unserer Essensbestellung noch hinzufügte: „And half a litre of white wine, right?!“ Yes, wine is fine! Guter Mann!

Kurz darauf lud Timo noch ein älteres, nach einem Platz suchendes Pärchen an unseren Tisch ein. Getreu dem Motto „der Niederrhein ist überall“ stellten wir schnell fest, dass Margret und Norbert quasi um die Ecke in Uedem wohnen, ein Katzensprung von Emmerich entfernt. In dem hohen Alter (da sie sagten sie hätten Abi vor 60 und 55 Jahren gemacht gehen wir mal von Mitte und Ende 70 aus) noch mit dem Wohnmobil durch die Weltgeschichte zu touren, finde ich einfach klasse und bemerkenswert. Kein klassischen Rentner, die beiden ehemaligen Pauker! So stelle ich mir das in 50 Jahren auch vor 😀

Keine Spur von Altersmüdigkeit

So nahm unser letzter Abend in Berat einen unerwarteten, aber sehr angenehmen Verlauf! Ich bin gespannt, was Gjirokaster für uns bereithalten wird!

Tag

Nacht

Cheers & Cheese ✌

Jorina

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