Gjirokastër – Eine kulturelle Perle!

Nächster Halt, Gjirokastër! Am Busterminal Berat angekommen, erfuhren wir, dass um 14 Uhr ein Bus für 800 Lek nach Gjirokastër (dt. Gjirokastra = „Silberburg“) fahren sollte. Da uns über zwei Stunden warten zu viel erschien, befolgten wir den Tipp von Lorenc und nahmen einen Minibus für 250 Lek nach Fier, der nach einer Viertelstunde abfuhr.

Die Fahrt war nicht nicht nur aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse anstregend, sondern auch, weil wir in Dauerschleife mit albanischer Volksmusik beschallt wurden:

Statt uns an einer Busstation abzusetzen, ließ uns der Fahrer an einem Kreisverkehr heraus und zeigte uns, wo wir uns für Gjirokastër platzieren sollten. Keine Minute verging, bis wir bereits von einem Mann angesprochen wurden. Da er sein Taxi anbieten wollte, wiegelten wir wegen der vermutlich hohen Kosten ab. Nach zähen Verhandlungen, in die noch englischsprachige Passanten involviert wurden, einigten wir uns auf den Minibuspreis + 100 Lek extra, was dann 700 p.P. machte. Für 150 km, die wir mit dieser Variante deutlich schneller (Tempolimits wurden großzügig ignoriert) und komfortabler (Klima!!!) erreichten, zahlten wir schließlich 980 Lek, also keine 8 Euro inkl. Localbus. Die Busstation in Gjirokastër liegt direkt neben einer Tankstelle unten an der Hauptstraße im neuen Teil der Stadt.

Beim Aussuchen des Hotels (an diesem Morgen) hatten wir glücklicherweise nicht das Höchstgelegene gewählt. Der Aufstieg mit dem doch schweren Gepäck war nämlich nicht ohne. Das Palorto Hotel liegt schön zentral in der Altstadt und bietet somit eine gute Ausgangslage um Gjirokastër zu erkunden.

Die Stadt gehört seit 2005 zum UNESCO-Welterbe und ist eine der ältesten Städte des Landes. Der ehemalige Diktator Enver Hoxha (du erinnerst dich an die Pyramide?) wurde in dieser kulturell sehr bedeutsamen Stadt geboren. Das Haus, in dem er aufwuchs, konnten wir sogar von unseren Balkon aus sehen. Heute wird es als Ethnographisches Museum genutzt.

Den ersten Tag nutzten wir, um uns ein wenig zu orientieren und erste Eindrücke zu sammeln.

Ein Stück der Altstadt Gjirokastras

Humor haben sie…

Blick auf den neuen Teil von Gjirokastra

Und natürlich fehlt in dieser Stadt auch eine Burg nicht..

Am Abend ging es steil bergauf zum Kerculla Resort, von wo wir die gesamte Stadt überblicken konnten. Diese Aussicht zahlt man allerdings auch. Die gemischte „Käse/Schinken“-Platte (für 2) kostete 1200 Lek! o.O Konnten wir allerdings vorher nicht wissen, weil die Karte einfach mal ohne Preise war…

Nächster Tag: Nach dem scheinbar klassisch albanischen Frühstück mit Marmelade, Schafskäse, Honig und Ei schalteten wir wieder in den Kulturmodus und besichtigten die Sehenswürdigkeiten Gjirokastërs. Direkt unter unserem Balkon versteckte sich das Skenduli Haus. Für 200 Lek gibt es hier eine sehr informative sowie interessante Führung durch das um 1700 erbaute Haus. Trotz des hohen Alters war das Haus sehr durchdacht konstruiert. Es verfügt sowohl über eine ausgeklügelte Vorrichtung zum Auffangen und Speichern des Regenwassers (inkl. Kühlung) als auch über ein Abwassersystem.

Skenduli Haus von außen

Mit doppeltem Rundbogen gesichterter Bunkerraum

Eine der Toiletten

Geheimtür zu den Fenstern oben, um zu schauen, wie viele Gäste sich im Raum aufhalten, damit die Frauen die passende Anzahl Teetassen bereitstellen konnten

Originalbestände zum Kaffeerösten und -kochen

Ein Zimmer für die älteren Hausbewohner mit Kamin

Nächster Stop war die Burg aus dem 15. Jahrhundert, die eine der größten Burganlagen Albaniens darstellt. Eintritt lag wieder bei 200 Lek.

Fiat Oldtimer

Danach wollten wir zum Cold War Tunnel, der unter der kommunistischen Herrschaft erbaut, aber nie genutzt wurde. Die Bunkeranlage verläuft unterhalb der Burg und erstreckt sich über viele hundert Meter. Hier sollte der Regierungsapperat im Falle des Falles untergebracht werden. Vor dem Eingang befand sich jedoch ein Gitter und niemand war in Sicht.

Unten an der Tourist Information jedoch die Auflösung: Man sagt dem Kollegen Bescheid, der uns durch den Tunnel führen sollte. Drei Mal darfst du raten wie viel die Tour kostete? Genau, 200 Lek. Der Guide war gut aufgelegt und streute auf der 10-15 minütigen Wanderung immer mal wieder ein paar nette Gags ein… „Germany? Is it a city or country?“, *zeigt auf eine dunkle Kammer im Tunnel* „Here is the german embassy.“.

Drei dicke Panzertüren sichern die Bunkeranlage des Cold War Tunnels ab

 

In einer komplett dunklen Ecke schickte der Guide mich eine rostige Leiter nach oben… dort angekommen setzte ich meinen Fuß glücklicherweise nur wenige Zentimeter auf den Vorsprung. Als ich nämlich die Handylampe aktivierte, staunte ich nicht schlecht, dass ich nur hauchdünn vor einem zig Meter tiefen Abhang stand, in dem sich unten Wasser aus der Burg sammelte. Abenteuerlich!

Wieder im Tageslicht angekommen aßen wir bei einem Spaziergang durch den neuen Teil der Stadt auf der Hauptstraße noch eine sehr gute, etwas alternative Pita für 170 Lek und ein schmackhaftes Eis für 30 Lek pro Kugel.

Der wahrscheinlich best ausgestattetste Supermarkt der Stadt „Stroka“ liegt nah an der Grenze zur Altstadt und versorgte uns mit den bei uns bekannten Grundnahrungsmitteln. Aus uns unbegreiflichen Gründen lief gerade Bushido über die Boxen im Supermarkt, als wir dort einkauften.

Am Abend aßen wir noch im Rrapi (oder auch Rapi), welches direkt gegenüber vom #1 Tripadvisor Restaurant „Kujtimi“ liegt. Unter einem riesigen Baum genossen wir neben gebackenem Käse und einem Reisbällchen mit Namen „Qifqi“ (gibt es wohl nur hier in der Form) vor allem die Eggplants! Ich wusste nicht, dass Auberginen so genial schmecken können.

Später überraschten uns unsere Gastgeber noch mit 2 Stückchen Pizza und warfen uns vom Balkon über uns ein Bier herunter. Weltklasse! 😊

Der nächste Stop lag dann in Saranda an der Küste; endlich ans Meer! Dazu mussten wir zur Bushaltestelle zurück, an der wir angekommen sind. Glücklicherweise bot unser Host an, uns mit seinem Auto nach unten zu bringen. Nicht nur wegen solcher Gesten ist das Palorto Hotel wirklich zu empfehlen. Es ist sehr modern eingerichtet, gut ausgestattet (Klima, Rollo, Kühlschrank, Gemeinschaftsküche…) und liegt sehr zentral.

Cheers & Cheese ✌

Timo

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