Saranda

Nach der ganzen Kultur hieß es nun: Ab ans Meer!

Jedenfalls fast. Zunächst ließen wir uns auf 2/3 der Strecke nach Saranda (auch Sarandë genannt) und einer sehr kurvenreichen und hügeligen Fahrt (nichts für schwache Nerven) vom Furgon-Fahrer an der Einfahrt zum Blue Eye (albanisch: Syri i Kaltër; eine Karstquelle) absetzen. Diese liegt genau an der Straße von Gjirokastra zur Küstenstadt Saranda. Da es von Saranda keinen ÖPNV dahin gibt, nutzen wir also jetzt die Gelegenheit. Ärgerlicherweise zahlten wir aber den vollen Preis nach Saranda, der mit 300 Lek aber immer noch sehr günstig war. Nach 500 m Fußmarsch erreichten wir den Eingang, bei dem man 50 Lek p.P. zahlen muss; weitere 100 Lek pro Auto (die wir uns als autolose Backpacker ja getrost sparen konnten :D). Der Einlasskontrolleur hatte sichtlich Spaß daran, dass wir zu Fuß und mit großen Rücksäcken daherkamen. Kommt wohl nicht alle Tage vor. 😉

Nach weiteren 1.5 km erreichten wir dann unser Ziel, das Blue Eye. Es heißt, dass die Quelle über 50 m tief sein soll, aber so genau weiß man das nicht. Trotz des eindeutigen Verbotsschilds ließen wir uns ein Bad im kühlen Nass (um die 10 Grad) nicht nehmen. Tatsächlich hatte ich selbst kein Gefühl für die Tiefe und wurde auch just von der starken Strömung wieder zum Rand gedrückt, als ich meine Expedition Richtung Quellenmitte fortsetzen wollte. Man geht so zumindest nicht unter. 😛 Flora und Fauna erinnerten übrigens stark an den Dschungel in Thailand, solche prächtigen Libellenexemplare sind mir jedenfalls aus unseren heimischen Sphären nicht bekannt.

                 

Kurz nach unserer Ankunft nutze eine Hochzeitsgesellschaft den besonderen Ort für ihre Hochzeitsfotos.

Nachdem wir noch ein bisschen geplanscht und einige Reisebusse kommen und gehen gesehen haben, wollten wir uns selbst etwas stärken. Das am hinteren Parkplatz gelegene Restaurantpersonal war allerdings sehr unfreundlich und konnte auch nicht unser bestelltes Gericht servieren (das gegrillte Gemüse ist natürlich sehr exotisch), sodass wir das andere Restaurant am ersten Parkplatz ansteuerten.

Hier hatten wir nicht nur fantastisches Essen, sondern auch ein einen grandiosen Ausblick.

Sodann machten wir uns wieder zur Hauptstraße auf. Nach einer halben Stunde konnten wir glücklicherweise einen klimatisierten (!) Linienbus anhalten, der uns für 100 Lek direkt bei unserem Hotel absetzte. Ohnehin ist das Bus- und Minibussystem hier sehr abenteuerlich. Start und Ende haben zwar einigermaßen feste Plätze. Entlang der Strecke kann man auf Handzeichen aber beliebig ein- und aussteigen.

Das JB Hotel lockte mit einem schönen Restaurantbereich, einem großen Pool und einem großartigen Frühstück.

Darüber hinaus wurden wir auch noch mit geräumigen Zimmern, heißen Poolboys und einer exponierten Lage entlang der Hauptverkehrsstraße verwöhnt. Schwindelbude!!! 😡

Nach dem ersten „Schock“ – zumal das Hotel bisher mit Abstand das kostenintensivste war – richteten wir uns ein und erkundeten anschließend die Promenade. Schnell stellten wir fest, dass im Unterschied zu unseren bisherigen Destinationen der Tourismus die Stadt schon voll erobert hatte und wir es mit unserer Hotellage dann doch gar nicht so schlecht erwischt hatten. Hier versuchen Promoter einen in die zahlreichen Restaurants zu locken und an jeder Ecke schießen wie Pilze neue Hotels und Apartmentanlagen aus dem Boden. Selbst Kreuzfahrtschiffe machen hier halt. Dabei hat Saranda nicht einmal einen Sandstrand, wie wir am nächsten Tag feststellen sollten.

Dieser begann mit einem üppigen Frühstücksbuffet. Da wir offiziell nun den chilligen Teil des Urlaubs beginnen lassen wollten, hieß unser einziger Programmpunkt für diesen Tag: Strand. Unser Weg dorthin:

 

Warum hängen an so vielen Häusern eigentlich Stofftiere?

 

Am öffentlichen Kiesstrand mieteten wir für 300 Lek zwei Sonnenliegen und einen Sonnenschirm. Mittags hielt als Snack wieder eine Pita her. Lustigerweise werden diese offenbar immer mit oreganobestreuten Pommes bestückt. Schmeckte aber ganz gut. Danach hieß es für uns fleißige Studenten leider „ab zur Vorlesung“, welche sich angesichts des WiFis am Pool dann doch gut aushalten ließ.

Abends zog es uns abseits des lebhaften Promenadentrubels in eine einheimische Tarverne. Unser jugendlicher Keller (ich schätze mal um die 14 Jahre) servierte uns leckere Meatballs und Shrimps. Dabei brillierte er nicht nur mit guten Englischkenntnissen, sondern überraschte uns zudem mit seinen Deutschskills. Leider war unser Hunger so groß, dass wir vergaßen ein Foto des leckeren Essens zu machen. Immerhin haben wir es geschafft, ein Foto vom Restaurantschild zu machen 😀

Am nächsten Tag entschieden wir uns, unserem Ausflug nach Butrint vorzuziehen. An der Bushaltestelle (für uns am nächsten war jene Höhe des Hotels Butrinti) angekommen, entdeckten wir das bisher für unmöglich Gehaltene: Einen Abfahrtsplan!

Die Freude hielt nicht lang, denn schnell stellte sich heraus, dass die einzig nützliche Info dieser Pläne ist, dass der Bus stündlich fährt, denn entweder war unser Bus 20 Minuten zu spät oder 40 Minuten zu früh. Man weiß das hier nie so genau. Nach 30 Minuten Fahrt (Kosten 100 Lek p.P.) kamen wir an. Für stolze 700 Lek (Albaner zahlen nur 300, wäre doch in Deutschland Dank AGG nicht möglich, oder?🤔🤣) erhielten wir Zutritt. Knapp zwei Stunden erkundeten wir den Nationalpark Butrint, eines der meistbesuchten kulturellen Touristenziele in Albanien und wieder einmal UNESCO Weltkulturerbe. Bereits im 8. Jahrhundert v. Chr. war in der Hafenstadt schon ein städtisches Leben verzeichnet. Der Mythos besagt, dass Butrint (ursprünglich Buthrotum) von den Verbannten des gefallenen Trojas gegründet wurde. Weiterhin wurde Butrint während der römischen Herrschaft von Cäsar komplett umgebaut und weiterentwickelt. Da – zumindest uns – der restliche Geschichtskram recht schnell langweilte, erspare ich euch hier weitere Geschichtsfacts.

APPLAUS!!!!

GRACIE!

Das Amphitheater samt Hostel, Tempel und noch mehr Gebäuden, die jetzt nur noch Ruinen darstellen

Unter dem Sand versteckt sich ein riesiges Mosaik, welches so vor Sonne geschützt wird und nur wenige Male enthüllt wird

Die Basilika

       

Das Löwentor

Die Burg

Das Museum innerhalb der Burganlage

Aussicht auf das Triangle Fort in Butrint

  

Der Bus, der uns zurück nach Saranda fahren sollte, fuhr pünktlich (!!) ab, kaum zu glauben! Vielleicht liegt es ja an dem deutschen Ursprung des Buses😁

Einer die vielen ehemals deutschen Fahrzeuge…

Beschriftung passt ja trotzdem! 😀

Nach unserer Rückkehr steuerten wir den Fähranleger an, um uns über die Abfahrtszeiten nach Korfu zu erkundigen. Danach aßen wir im Fresh Fish Joni, einem maritim anmutenden Restaurant (die armen Promoter mussten den ganzen Tag in lächerlichen Matrosenkostümen den potenziell Hungrigen das Restaurant schmackhaft machen). Bonus: Vorspeise (Bruschetta) und Nachtisch (Wassermelone) gingen aufs Haus. Bei letzterem waren wir uns nicht sicher, ob dies eine Wiedergutmachung war, denn auf Nachfrage des Kellners, ob beim Essen alles ok war, musste ich ihm leider mitteilen, dass das Shrims-Avokado-Risotto leider nicht im Ansatz den Hauch einer Avokado-Note hatte. Das andere Risotto war allerdings wirklich klasse.

Als wir zum Tisch geführt wurden…

..als wir Platz nahmen, wurde die ganze Deko abräumt 😀

Richtiger Fokus wird überbewertet… 😛

Abends erwacht die Stadt übrigens als Partymetropole, wir begnügten uns allerdings mit einem Promenadenspaziergang und Eis:

..und plötzlich endete das Geländer und machte den Weg zum 5 Meter tiefen Abgrund frei

A & M ist das neue H & M

  

Am nächsten Morgen bauten wir für unseren eigentlich entspannten Strandtag mit unserem Ausflug zur Lëkurësi Burg noch einen sportlichen Aspekt ein. Der 30 minütige Weg war super anstrengend und die Burg eher so mittel, dafür war die Aussicht auf die Stadt spektakulär.

Dies war nun aber wirklich die letzte kulturell anmutende Aktivität für den Albanienurlaub. Die nächsten Tage in Ksamil versprechen eher entspannt zu werden.

Cheers & Cheese ✌

Jorina

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