Meet&Greet in Korfu – Benitses

Auf Wiedersehen Albanien, hallo Griechenland!

Eine knappe halbe Stunde benötigt man also, um von Saranda mit der Fähre nach Korfu zu kommen. Schließlich trennen die beiden Städte nur wenige Kilometer. Nachdem wir angelegt hatten, reihten wir uns in die Schlange für EU-Bürger ein. Schließlich mussten wir erst wieder offiziell in die EU einreisen. Die Pass- und Gepäckkontrolle waren – vorsichtig ausgedrückt – ein schlechter Scherz, sodass wir uns kurze Zeit später im Hafen von Korfu wiederfanden. Am anderen Ende wartete bereits ein Bus, der Richtung Korfus Busbahnhof fuhr. Nachdem wir eingestiegen waren und 1,70 € gezahlt hatten (am Automaten wären es wohl sogar nur 1,20 € gewesen) fuhr der Bus mit uns als einzige Fahrgäste los.

Kurze Zeit erreichten wir das Zentrum von Korfu Stadt (Kerkyra). Von hier aus waren es wenige hundert Meter zum San Rocco Platz, wo unser Bus der Linie 6 nach Benitses nur wenige Minuten später startete.

Preise

Fahrplan Korfu – Benitses

 

 

 

 

 

 

Durch die Altstadt von Benitses ging es hoch zu den Skevoulis Studios, unserer Apartmentanlage:

     

Friedhof der Kuscheltiere

Zwar hatten wir zunächst einige Schwierigkeiten die Anlage in den verwinkelten Gassen zu finden, aber die Griechen erwiesen sich als hilfsbereites Völkchen. Insgesamt waren wir vom Anlegen der Fähre bis Ankunft ab unserem Apartment nur 75 Minuten unterwegs.

Der Balkon oben rechts war unserer

Unser Apartment stellte sich dann als absoluter Volltreffer heraus: Großer Balkon (diesmal auch mit Tisch und Stühlen!), gut ausgestattete Küchenzeile und endlich auch mal wieder eine richtige Dusche (nicht nur ein Duschkopf inmitten einer 2-3 qm Nasszelle) – nach 4 Wochen Reisen lernt man ganz andere Dinge zu schätzen.

Nachdem wir uns kurz eingerichtet und unser aus Albanien importiertes Bier genossen hatten, ging es an den Strand. Wie fast überall an der Ostküste Korfus ist auch in Benitses ein stark grobkörniger Sandstrand (Timo sprach gar von Kies 😆) zu finden, der aber den Weg in ein glasklares Meer ebnete. Der Rest des Tages war also gut verplant. 😉

Lediglich der barrierefreie Meerzugang überraschte uns, da wir beide solch eine Konstruktion noch nicht gesehen hatten.

Den Abend ließen wir auf unserem Balkon mit einer leckeren Reispfanne ausklingen. Wofür Essen gehen, wenn auch Timo kochen kann?! 😛

Der nächste Tag gestaltete sich ohne besondere Vorkommnisse ebenfalls am Meer und auf dem Balkon. Entspannung pur, sodass wir diesmal sogar die Vorlesung ganz „vergaßen“… Upps! 😅

Gastromeile an der Küstenstraße vor der Altstadt

Zwischen Gastro und Straße liegt diese kleine Esplanade

Dafür sollte unser letzter ganzer Urlaubsantrag sehr actionreich werden, da sich zufällig Timos Papa und seine Freundin gleichzeitig auf der Insel befinden. Aber dazu von Timo nun mehr:

Nach dem Frühstückt sollten wir von den beiden am Apartement eingesammelt werden… „sollten“! Denn auch für Vatter blieb unsere Unterkunft im Verborgenen. Nach mehrmaligem telefonischen Austausch – die Info „neben einer Autovermietung und Supermarkt“ ist nur so mittelgut geeignet, um sich zu finden 😂 – haben wir es dann doch geschafft und die Inseltour konnte beginnen! Btw.: Danke liebe EU für die Abschaffung der Roaminggebühren, wäre sonst teuer geworden.

In unserem sehr charmaten Suzuki Jimny fuhren wir die abenteurlichen Kurven hoch zum Archillio Palace (Archilleion), welches 1891 von der österreichischen Kaiserin Sisi errichtet wurde. Der Eintritt von 8 € p.P. ist zwar knackig, wenn man noch an die albanischen preise geöhnt ist (warum auch immer wurde uns die Familienkarte verwehrt 🤔), dafür bekommst du aber ein schönes Schloss mit sehr ansehnlichem Hofgarten geboten. Im Preis inklusive ist auch ein in vielen Sprachen erhältlicher Audioguide, den wir uns allerdings sparten; schließlich können wir ja die ausgestellten Originaldokumente lesen! 😆

Cabriospaß

Oh Sissi!

Auf dem Weg nach Korfu Stadt machten wir noch Halt beim nicht wirklich spaktakulären Mon Repo Palace, die Geburtstätte von Prince Philip, seines Zeichens Pronzgemahl von Queen Elisabeth II. Kein Wunder, dass es ihn nach England verschlagen hat…

Danach folgte das am häufigsten fotografierte Motiv Korfus. Der Aussichtspunkt Kanoni auf Korfus Halbinsel Analipsi bietet schöne Aussichten aufs Moni Vlacherena, ein kleines Kloster vor der Mäuseinsel (Pontikonissi isl).

Moni Vlacherena

Da der Flughafen nur einen Steinwurf entfernt liegt, sahen wir die Flugzeuge direkt über unseren Köpfen sausen und hätten zum High Five mit dem Piloten ansetzen können.

In der Nähe des neuen Hafens und unweit vom alten Fort (Old Venetian Fortress) stellten wir das Auto ab, um durch die Esplanade und Altstadt von Korfu Stadt zu schlendern.

Rathausplatz Korfu Stadt

Eine kleine Stärkung mit dem in Korfu sehr beliebten Ingwer Bier durfte da natürlich nicht fehlen.

Wie du es wahrscheinlich schon von uns erwartet hast, haben wir auch auf Korfu wieder einen Bond-Drehort ausfindig machen können. Das bereits erwähnte Old Fortress wurde als Kulisse für 007 im Film „In tödlicher Mission“ genutzt und stellte dort ein albanisches Schmugglerdorf dar. Für 6 € hätte man es auch von innen besichtigen können, was wir uns aber sparten, da wir noch ein straffes Programm vor uns hatten. (Weitere Bondspots wären der Strand Kalami und das Dorf Pagi).

Old Venetian Fortress (Bond Kulisse)

Das neue Fort, auf der anderen Seite der Altstadt ist übrigens kostenlos.

Daher ging es die sehenswerte Ostküste Korfus entlang in Richtung Norden weiter. Hinter Ipsos bogen wir ins Innere der Insel ab. Fortan schlängelten wir uns die steilen und engen Serpentinen zum Moni Pantokrator, dem höchsten Berg Korfus (917 m), hoch. Was war ich froh, dass ich nicht selbst fahren musste. Die Abhänge waren doch teilweise sehr kriminell und nichts für schwache Nerven. Und der Allradantrieb hat sich auch mehr als bezahlt gemacht. Der Ausblick von der Spitze des Moni Pantokrators entschädigte uns jedoch!

Unser Weg

Aussicht auf Albanien und Griechenland

Das Vieh war noch viel größer, als es hier den Anschein macht.

Wir konnten sogar auf unsere Bucht in Ksamil schauen

Aus Zeitgründen übersprangen wir den nächsten Stop meines höchstprofessionel ausgearbeiteten Plans (Palia Perithia – kleines Bergdörfchen zwischen Oliveneinen in romantischer Kulisse)…

…und fuhren weiter in den Nordwesten Korfus. Am Canal D’amour angekommen, gönnten wir uns leckere Drinks bei einer tollen Kulisse.

Lehmklippen

Der Sage nach heiraten alle Paare, die hier gemeinsam zwischen den Lehmklippen durchschwimmen. Aus Angst vor bösen Flüchen nahmen wir mal die entgegengesetze Route. 😄

Da leider der Tag schon recht fortgeschritten war (und Mietwagen wohl überall schon am gleichen Abend und nicht nach 24 h – wie sonst üblich – abgegeben werden müssen), steuerten wir wieder Benitses an. Ansonsten hätten wir wohl noch das angeblich schönste Kloster (Moni Theotokos in Paleokastritsa) und den Kaiser’s Throne in Pelekas (hier genoss Kaiser Wilhelm II die Sonnenuntergänge mit 360 Grad Blick) angesteuert. Schöne Badestrände findest du in Glifada oder Issos im Westen bzw. Kalami, Barbati, Dasia oder Gouvia im Osten.

Auf dem Rückweg dann noch etwas völlig unerwartetes auf einer Insel… Stau! Und die Polizei trifft auch ein? Was war passiert?

Die Durchfahrt des kleines Dörfchens ist eher nicht so für zwei sich entgegenkommende Reisebusse gedacht… Glücklicherweise regelte einer der Busfahrer – im Gegensatz zur Polizei, die nur grimmig daherschaute – das Chaos, sodass wir nicht allzu lange dort verweilen mussten.

Ohje…. das wird knapp!

So endete mit Einbruch der Dunkelheit ein sehr schöner Ausflugstag!

Selfies üben wir nochmal… 😛

An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal ausdrücklich und ganz herzlich bei meinem Vater bedanken, der uns diese schöne Tour ermöglichte. Es hat uns sehr viel Spaß bereitet! 😊

Da unsere Mägen „Reis mit Shrimps! Reis mit Shrimps!“ riefen, gönnten wir uns noch etwas Leckeres und griechischen Vino am heimischen Balkon und verabschiedeten uns leise und voller Dankbarkeit von der wunderschönen Insel.

Mit Baked Beans, Schoko-Banana-Müsli und etwas Brot bereiteten wir uns am nächsten Morgen auf einen langen Abreisetag vor. Da der Flieger erst um 17:45 starten sollte, verbrachten wir noch einige Stunden am Strand und im Meer.

Während Jorina auf der Wasseroberfläche chillte…

…bin ich abgesoffen!

Dank der Süsswasserdusche am Strand konnten wir saubär in den 6er Bus einsteigen, der uns bis knapp vor den Flughafen brachte. Wir liefen lieber die restlichen Meter per Pedes statt den längeren und mit Extrakosten verbundenen Umweg über Korfu Stadt zu nehmen. Von hier würde dich der Bus direkt vors Terminal fahren.

Das war es also mit unserem Albanienurlaub + Amsterdam und Korfu… Jorina versucht mal die vielen verschiedenen Eindrücke zu einem Fazit zusammen zu fassen:

Es wird beim Versuch bleiben, da die ganzen Eindrücke schwer in Worte zu fassen sind… Noch gilt Albanien als Geheimtipp. Als wir von unseren Urlaubsplänen berichteten, gab es nämlich genau zwei Reaktionen:

  1. WAAAAAS??? :-O Das ist viel zu gefährlich! (Ich frage mich immer noch auf welchem Wissen diese Aussagen beruhen…)
  2. Ahja, das hört man ja immer mehr (allerdings konnte mir niemand von diesen Leuten konkret Leute aus deren Bekanntenkreis nennen, die tatsächlich schon da waren. Wäre nämlich hilfreich gewesen 😉 )

Tatsächlich sind beide Reaktionen relativ quatsch. Obwohl wir die klassische „Albanien für Einsteiger“-Route wählten, trafen wir außer an den krassen Tourispots kaum auf Touristen. Die, die dir wir dann trafen, waren aus den Nachbarländern Albaniens. Über Sicherheit musst du dir in Albanien auch keinerlei Gedanken machen. Im besten Sinne ineressiert sich keiner für dich. D.h. ebenso, dass dir in der Regel keiner was andrehen will (außer in Kruje) oder du Angst vor Taschendieben haben musst. Jedem Reiselustigen, der sich allgemein für Land und Leute (und nicht nur Strand) interessiert, ist dieses wunderbare Land wirklich ans Herz zu legen. Außer mit seinen eigenen wird man mit keinerlei Unannehmlichkeiten konfrontiert. 😉

Weiterhin steckt die EU einiges an Geld in Albaniens Infrastruktur, schließlich ist das Land EU-Beitrittskandidat. Wer weiß also, wie sich das Land bald entwickeln wird. Nutze also die Chance und genieße den authentischen Albaniencharme jetzt, bevor die kapitalistische Tourismusbranche oberhand gewinnt! Den direkten Vergleich hast du, wenn du – wie wir – über Korfu ausreist. Nur wenige Kilometer von einander entfernt und doch eine ganz andere Welt!

Cheers & Cheese ✌🏻

Jorina & Timo

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