Malta: Sonne ohne Ende

Alter Verwalter, auf nach Malta!

Abgesehen von dem schlechten Wortspiel begann unsere Reise völlig entspannt, wenn auch ziemlich übermüdet. „Uns“ bzw. „wir“ heißt auf dieser Reise ich, Jorina, mit meiner Mama, da wir uns spontan zu diesem Trip über die Feiertage entschlossen hatten und gerne Mal wieder Mama-Tochter-Urlaub machen wollten. Weil ich unmittelbar vorher erst von der desaströsen Cardinalsniederlage aus London wiedergekehrt bin, gabes ausnahmsweise quasi keine Vorbereitung auf den Trip. Es wird schon schiefgehen, immerhin ist Malta EU-Land.

Mitten in der Nacht ging es von Emmerich aus nach Schipol, wo früh morgens unsere kaum gebuchte Transavia-Maschine Richtung Malta abhob. Mit dieser Airline sind Timo und ich bereits nach Albanien geflogen und hatten trotz Billigfliegerpreisen nur positive Erfahrungen gemacht. Nach 2,5 Stunden Flug landeten wir am International (dem einzig nennenswerten Airport in Malta). Da Malta über ein hervorragendes Busnetz verfügt, sollte die Anreise zum Hotel in Bugibba (St. Pauls Bay) kein Problem sein. Man hat die Wahl zwischen Einzeltickets (zwischen 1,5€ und 3€), 12er-Karten für 15€ und 7-Tageskarten für 21€, welche man direkt am Schalter buchen kann.


Da wir überlegten, für ein paar Tage einen Mietwagen zu nehmen, entschieden wir uns für die 12er-Karte, die man auch mit mehreren Leuten nutzen kann. Das Entwerten des Tickets erfolgt beim Einsteigen im Bus elektronisch. Nach einer Stunde Fahrt im Linksverkehr (immerhin keine innere Umstellung nach London) kamen wir in Bugibba an, einem Küstenferienort im Nord-Osten der Insel. Ein kurzer Fußmarsch durch die pralle Mittagssonne führte uns zum Sunflower Hotel.

Erster Eindruck: Sunshine gibt es auf Malta genug

Urlaubspläne schmieden


Da wir erst um 14 Uhr einchecken konnten, verbrachten wir die Wartezeit mit einem leckeren Cocktail auf der Dachterrasse des Hotels, Pool inklusive. So schmeckt mir Urlaub!

Nach ausgiebigem Sonnenbad bezogen wir unser Zimmer; nichts Besonderes, aber recht geräumig mit ebenso großem Balkon. Da ich mich bereits nach wenigen Minuten breit gemacht hatte, war das Zimmer leider nicht mehr ordentlich genug für ein Foto. 😉

Anschließend erkundeten wir die Gegend. Bezeichnend für die „Triq it-Turisti“ gab es auf dieser langen Straße neben diversen Restaurants und Minimarkets auch unzählige Souvenirläden.

Qawra Church auf der Triq it-Turisti

Am Ende der langen Straße, an der Spitze von Bugibba, erwartete uns das raue Meer.

Erkundung der Ortschaft..natürlich mit Wegbier

Zurück schlenderten wir entlang der Promenade, die auch zu sportlichen Aktivitäten einlud.

Sportlich ging es an der Promenade zu

Mdina, Rabat und Mosta

Am folgenden Tag fuhren wir nach einem ausgiebigem Frühstück mit dem Bus nach Mdina. Das Hotelfrühstück war deutlich besser als erwartet und machte nicht nur satt, sondern schmeckte überraschend gut.

Die frühere Hauptstadt Maltas hat gerade mal 300 Einwohner, obwohl die Ursprünge der Zivilisation bis in die Bronzezeit zurückreichen. Sobald man die Stadtmauer durch eines der Tore passiert hat, scheint der Sprung in eine frühere Zeit möglich geworden zu sein: Enge, autofreie Gassen, heller Kalkstein und imposante Kathedralen beherrschen das Straßenbild. Kein Wunder, dass die Stadt (bzw. das Stadttor) als Kulisse für Game of Thrones hergehalten hat. Von der Terrasse des Cafés im Palazzo de Piro hat man übrigens einen fantastischen Blick auf die Insel.

Game of Thrones Fans könnte das Stadttor bekannt vorkommen

Kathedrale St. Paul

Nach Mdina liefen wir durch nicht weniger schöne Gassen und Straßen in die sich unmittelbar neben Mdina befindende Stadt Rabat. Rabat ist vor allem für seine Katakomben bekannt. Wir entschieden uns für die bekanntesten und größten, die St. Pauls Catacombes (Erwachsene: 5€, Kinder und Studierende unter 26 wie ich ;-): 3,5€ Eintritt). Die Katakomben bestehen aus mehreren, meist kleinen unterirdischen Systemen, die sich in meinen Augen sehr stark ähnelten, sodass wir die letzten ausließen. Die einzigen steinernen Gräber, in denen echte Menschenknochen ausgestellt sein sollen, waren leider gesperrt. Vielleicht spukt es da ja gerade?

Anschließend machten wir uns mit einem Wegbier Richtung Mosta auf. Die Stadt ist bekannt für ihren Dom, welcher auch Rotunda genannt wird. Immerhin hat die Kirche die viertgrößte Kuppel Europas.

Wer baut schon einen Kreisverkehr, wenn man ihn auch aufmalen kann?!

Laut Google Maps sollte der Fußweg nur eine Stunde dauern. Schnell stellten wir allerdings fest, dass der Weg uns über Schnellstraßen, die alles anderen als fußgängertauglich waren, führen sollte. Die alte Pfadfinderin in mir fand allerdings schnell neue, nicht eingezeichnete Wege, sodass wir das Handy lediglich als Kompass benutzen und nur einmal eine Schnellstraße (sehr schnellen Schrittes) überqueren mussten.

Nach deutlich mehr als einer Stunde kamen wir endlich in Mosta an. Die Stadt wirkte wie eine herunter gekommende Version von Rabat oder Mdina. Lediglich die Rotunde bestach durch ihre Größe und Charme und erinnerte mich an den großen Bruder der Rotunde des Heiligen Georgs in Sofia.

Rotunde von Mosta bei Tag…

..und in der Dämmerung

In der frei zugänglichen Kirche wurde gerade eine Messe abgehalten, sodass wir uns nur kurz aufhielten und anschließend mit einem der zahlreichen Busse zurück nach Bugibba fuhren. Zurück in unseren Ferienort landeten wir im Happy Grill BG, wo wir vollzüglich Chips & Cheese, Grillgemüse, Hähnchen, Meatballs usw. genossen. Kostenpunkt gerade Mal 20 €.

Unscheinbar aber unglaublich lecker, der Happy Grill auf der Triq it-Turisti

Comino

Das unbezahlbare Plus war allerdings, dass wir in einem ausliegenden Flyer eine Tour nach Comino fanden, die unseren Wünschen voll und ganz entsprach. Eigentlich bin ich ja eher ein Fan davon, Touren auf eigene Faust zu planen, aber da unabhängig vom Zeitaufwand allein die Fährfahrt einen Zehner gekostet hätte und zudem 3 € für die Busfahrt (beides für Hin/Rück) zum Ablegeplatz in Ċirkewwa angefallen wären, war die von uns anvisierte Tour ein guter Deal.

Normale Fähre ab Cirkewwa

Daher reservierten wir noch am gleichen Abend per Whatsapp die Tour für den nächsten Tag. „Die“ Tour gibt es dabei eigentlich nicht, bei Betreten des Bootes Hornblower hatten wir nämlich 2 Optionen: Option A offeriert für 20 € einen Tagestrip mit 4,5 Stunden Aufenthalt bei der Blauen Lagune auf der Nachbarinsel Comino. Option B verspricht für 25 € 1,5 Stunden Blaue Lagune und 3 Stunden Gozo (Optional mit Bustour für weitere 5 €). Bei beiden Varianten passiert man zudem eine Höhle, die St. Pauls Island. Nachdem wir tags zuvor über 13 km durch Zentralmalta gewandert sind, freuten wir uns auf einen entspannten Tag auf Comino. Um 10:30 Uhr legte pünktlich das Schiff ab und demonstrierte eindrucksvoll, woher es seinen Namen hat. Da das Wetter fantastisch war, machten wir es uns auf dem Sonnendeck bequem.

Auf dem Weg nach Comino:

Saint Paul’s Islands mit der gleichnamigen Statue

Nach einer Stunde Fahrt erreichten wir Comino und waren mit die ersten Tagesausflügler dort. Da nun auch die Liegestühle ausgepackt und die Rutsche ausgeklappt wurde, blieben wir erstmal auf dem Schiff. Die Rutschpartie ins erfrischende Nass – sofern man bei 23 Grad Wassertemperatur noch von erfrischend sprechen kann – machte auf jeden Fall Spaß.

Wer ich? ok…

Fertig?

Los!

Finde Jorina!

Getränkehalter         

Nach einigen Stunden wagten wir uns dann doch noch auf die unbewohnte Insel.

Hier wurde der Graf von Monte Christo gedreht

Inzwischen hatten auch diverse andere Schiffe in der Bucht angelegt und überfluteten den Ministrand. Hier kann man übrigens für unfassbare 10 € einen Liegestuhl und für weitere 10 € einen Sonnenschirm mieten.

Da war mir das Sonnendeck auf dem Schiff und der abgelegene Liegeplatz deutlich lieber.

Einzig positiv überraschten die Preise für Snacks und Fastfood, aber auch bei uns auf dem Schiff gab es Speisen und Getränke zu moderaten Preisen.

Näher kamen wir an Gozo nicht heran

Warum man zusammengefasst auf jeden Fall eine Tour mit dem Hornblower buchen sollte:

  • einziges Schiff mit einem Sonnendeck
  • optimale Postion bzw. Anleger in der Blauen Lagune
  • pünktliche Abfahrt
  • Rutsche ins  Wasser
  • freundliche Crew
  • eiskaltes Bier (2,5€)

Valletta

Nach dem entspannenden Tag auf Comino stand nun wieder Action auf dem Plan. Was eignet sich dafür besser, als zu Fuß ohnehin die weitestgehend autofreie Hauptstadt zu erkunden?! Es klingelte früh der Wecker, aber da der erste Blick aus dem Fenster erstmal kein Sommerwetter verhieß, ließen wir es gemütlich angehen. Was wir wenige Stunden später bereits bereuen sollten, nachdem gleich mehrere überfüllte Busse an der Haltestelle vorbei fuhren. Getreu dem Motto: „Wenn der Bus nicht zu uns kommt, gehen wir halt zum Bus“, liefen wir die Busstrecke entlang zur vorherigen Haltestelle und hatten tatsächlich Glück, uns in den nächsten ankommenden Bus reinquetschen zu dürfen. Knapp 50 Minuten später kamen wir in Valletta, übrigens europäische Kulturhauptstadt 2018, an. Durch das City Gate betraten wir sodann die schachbrettartige Stadt, die von dicken Mauern umwunden ist. Die rühren aus längst vergangenen Zeiten, als Valletta noch eine Festungsanlage  war. Heute ist die 6.000 Einwohner „große“ Metropole Europas kleinste Hauptstadt. Sobald man das Eingangstor durchquert hat, kann man die Republic Street (Triq Ir-Repubblika) bis zum Fort St. Elmo durchlaufen. Direkt zur Rechten befindet sich das neue Parlamentsgebäude.

Am neuen Parlamentsgebäude. Mama: Jorina, schau doch mal!

Geht doch!

Wir entschieden uns allerdings zunächst für eine Stärkung im Museum Café auf der Melita Street. In dem kleinen Bistro genossen wir zuerst einen leckeren Capuccino (1,5€) und Focaccia (3,25€) und zum Nachtisch das Local Beer Cisk (3€).

Frisch gestärkt machten wir uns dann Richtung Stadtrand zur Auberge de Castille (Sitz des maltesischen Premierministers) auf, das nahe der Upper Barakka Gardens liegt.

Feuer frei an der Auberge de Castille

Von da aus schlenderten wir weiter zu den Lower Barraka Gardens mit dem gegenüberliegendem Siege Bell War Memorial, von dem man einen fantastischen Blick auf das Ricasoli East Breakwater und dem Fort Ricasoli hat.

Lower Barraka Gardens

Siege Bell War Memorial

Fort Ricasoli

Der Weg dorthin war gesäumt mit vielen kleinen Gassen, die wiederum von restaurierten Häusern mit romantischen Fassaden und Balkonen oder auch englischen Telefonzellen geziert wurden.

Unsere Stadtumrundung setzen wir Richtung Sliema Ferry fort, wo wir die herrliche Aussicht in der Nachmittagssonne genossen.

Das „Innere“ von Valletta erkundeten wir im Anschluss im Schnelldurchgang, aber ohne Hektik. Natürlich gibt es in Valletta auch viele kulturelle Stätten zu besichtigen. Als bekennende Kulturbanausen – jedenfalls was alte Kirchen und Kathedralen von innen oder Museen angeht – sparten wir uns den Besuch derselbigen.

Nationalbibliothek

Gedenken an Daphne Caruana. Die regierungskritische Journalistin wurde Mitte Oktober durch eine Autobombe ermordet.

Marsaxlokk

Der Sunday Market in Marsaxlokk gehört auf die to-do-list eines jeden Malta-Urlaubers; haben wir gelesen… Und da das kleine Fischerörtchen ganz im Süden von Malta nicht nur mit dem Markt, sondern auch mit hervorragendem Fisch lockte, stand unser Programm für diesen Tag fest. Nach der etwas umständlichen Fahrt quer über die Insel (überfüllte Busse, da wir natürlich nicht die einzigen Menschen mit dieser Idee waren) kamen wir um die Mittagszeit an und folgten den Touriströmen Richtung Promenade.
Der Markt selber bietet dem kauffreudigen Touristen neben maltesischen Spezialitäten auch eine Menge aus China importierten Ramsch an.
Daher hatte ich schnell die Schnauze voll. Lediglich die Auswahl an fangfrischem Fisch bot einen grandiosen Vorgeschmack auf das Essen der zahlreichen Restaurants entlang des Ufers. Nachdem wir den Markt nicht ohne etwas zu kaufen geschafft hatten, belohnten wir uns mit einer Bierpause und der herrlichen Aussicht auf die Luzzu, die typisch bunten Fischerboote auf Malta.
 
Mit unserem eben erworbenen Proviant (herrliche Oliven und weißer Käse) traten wir sodann den 30-minütigen Fußmarsch zu St. Peters Pool an. Was wohl vor noch nicht allzu langer Zeit als Geheimtipp galt, ist inzwischen ein reichlich ausgeschilderter und viel besuchter Platz zum Baden und Klippenspringen.

St. Peters Pool

Abends kehrten wir dann im Restaurant Centru Laburista an, wo wir es uns bei Fisch und Wein richtig gut gehen ließen.

Bugibba

Nach den actionreichen Tagen stand der nächste Tage im Zeichen der Entspannung. Trotz des wieder einmal sonnigen Wetters machte der starke Wind einen Strandbesuch unmöglich. Daher nutzen wir die Zeit für einen ausgiebigen Bummel in den zahlreichen kleinen Läden von Buggiba.

No hoodies allowed!

Anschließend gab es noch „lecker Cocktail“ – auch vom Shoppen muss man sich erholen – bevor es mit einem Abstecher zum Wignacourt Tower zurück zum Hotel ging.

Wignacourt Tower

Einkauf für die Großfamilie

Mellieħa

Der letzte Tag war trotz des semi-guten Wetterberichts extrem sonnig und warm. Damit war klar, dass wir unseren letzten Urlaubstag gemütlich am Strand (Għadira Bay) von Mellieħa, eine Kleinstadt im Norden der Insel, verbringen wollten. Die Busfahrt war sehr kurz, sodass wir schnell die Sonne genießen konnten.

Natürlich lässt sich auch Karl ein Sonnenbad samt kaltem Bierchen nicht entgehen..

Doppeleis: Pistazie und Cookies

Blick auf St Agatha’s Tower (auch Red Tower genannt)

Der Strand war nichts Besonderes, aber immerhin Sandstrand. Auf dem Rückweg machten wir in der Bar „one80 Kitchen & Lounge“  einen Zwischenstopp, welche mit dem aus Italien bekannten Aperativo lockte. Schwindelbude: Die beworbene Happy Hour ließ sich auf der Rechnung finden und jeder Italiener wäre beschämt, was uns da als Aperativo geboten wurde…:

Nicht empfehlenswert: Cocktails und Aperativo Bar „one80 Kitchen & Lounge“

Anschließend schauten wir uns noch die Sanctuary of Our Lady of Mellieħa  und die Parish Church of Mellieha an, bevor es wieder nach Bugibba zurück ging. Die gruseligen Höhlen sparten wir uns – schließlich wollte ich den Island-Horror nicht noch einmal erleben!

Miao

Letztendlich ist Malta definitiv eine Reise wert gewesen. Trotz der kleinen Fläche des Zwergstaates gibt es hier viel zu entdecken. So bietet Malta mehr Highlights, als man in einer Woche sehen kann!

Cheers & Cheese ✌🏻

Jorina

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